Erster Stammapostelbesuch in der Mongolei

Am Donnerstag, 5. Juli 2018, besuchte Jean-Luc Schneider, internationaler Kirchenpräsident der Neuapostolischen Kirche, als erster Stammapostel die Mongolei. Er feierte am Abend in der Hauptstadt Ulan-Bator einen Gottesdienst mit den Gläubigen. Etwa 170 Gottesdienstbesucher aus dem ganzen Land hatten sich versammelt.

Er sei nicht wegen der bis nach Frankreich bekannten Geschichte des Landes gekommen oder wegen der Landschaft. Ihn interessiere, "wie es meinen Brüdern und Schwestern geht. Was mich interessiert, ist zu wissen, wie ihr zu kämpfen habt, wegen eures Glaubens", begann Stammapostel Jean-Luc Schneider seine Predigt. Letztlich sei die Historie auch nicht interessant, "sondern unsere Zukunft - wir wollen zum Herrn kommen und deshalb kommen wir immer wieder in den Gottesdienst, um uns auf diese wunderbare Zukunft vorzubereiten", machte er Hoffnung, Weg und Ziel zugleich deutlich. Als Grundlage des Gottesdienstes wählte er zwei Verse aus dem Hebräerbrief: "Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen ererben." (Hebräer 6,11.12)

Verheißungen Gottes festhalten

Drei Verheißungen standen im Mittelpunkt des Gottesdienstes: Jesus Christus habe versprochen, dass er wiederkomme. Er habe Menschen, die an seine Wiederkunft glauben verheißen, Erstlinge zu sein. Den von ihm gesandten Aposteln habe er versprochen bei ihnen zu sein, bis die Braut vollendet sei. Verheißungen Gottes hätten sich aber nicht immer gleich erfüllt, machte Stammapostel Schneider am Beispiel Abrahams deutlich. Er habe die Verheißung erhalten, Vater eines ganzen Volkes zu werden. Dann seien Jahre ins Land gegangen, sie seien über die Verheißung alt geworden, Jahr um Jahr sei nichts geschehen, "die Erfüllung der Verheißung wurde immer unwahrscheinlicher". Letztlich habe Sarah daran gezweifelt, ob sie wohl alles richtig verstanden hätte und Abraham angehalten, mit ihrer Magd ein Kind zu zeugen. "Aber Gott war nicht einverstanden", so Stammapostel Schneider. Die Verheißung habe sich einige Zeit später "wortwörtlich erfüllt, weil Abraham im Glauben, in der Geduld geblieben ist".

Die Herrschaft des Bösen wird ein Ende haben

"Was sehen wir heute um uns herum?" Das Böse sei nach wie vor sehr mächtig, die Menschheit leide unter den Folgen der Sünde. Man sehe Krankheit, Tod, der Mensch sei immer noch Sünder. Trotz aller Mühe sei das Böse immer noch mächtiger, als das Gute. "Und dann könnte man den Mut schon verlieren" unter dem Gedanken, es nütze nichts, gegen die Sünde zu kämpfen. "Warum Gutes tun, das Böse triumphiert immer." Da könne man sich schon mitreißen lassen und es "machen wie alle anderen". Oder denken, vielleicht sei auch die Verheißung der Wiederkunft Jesu nur symbolisch zu sehen, die erste Auferstehung nur ein Bild? "Wir wollen Jesus in unserem Herzen aufnehmen und wenn wir seine Gebote halten, dann hilft uns der liebe Gott."

Anspruchsvoll sein - Evangelium verkünden

Die Neuapostolische Kirche "ist und bleibt eine kleine Truppe". Ihre Mitglieder seien nicht besser als andere Christen, stellte Stammapostel Schneider klar. Gott mahne durch den Heiligen Geist, die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi nicht aufzugeben. "Die Verheißung ist nicht nur eine Geschichte - Gott hat sie dir geben! Die Verheißung wird sich erfüllen, weil Gott die Wahrheit ist!" Grundlage für die Verheißung sei die Auferstehung Christi. "Seine Auferstehung ist eine Tatsache. Und weil er auferstanden ist, werden wir auch auferstehen. Das ist keine Legende." Die Gabe Heiligen Geistes gebe die Macht, die Sünde zu überwinden. "Wir hoffen nicht nur, sondern haben schon ein Stück ewiges Leben in uns." Am Ende werde das Gute, werde Gott gewinnen. Es reiche nicht aus, ein guter Mensch zu sein. "Wir wollen mehr haben, lasst uns anspruchsvoll bleiben. Wir wollen so werden wie Jesus Christus, in seine Gesinnung hineinwachsen." Es gehe darum, das Wort Gottes, das Evangelium zu verkünden. Das sei in vielen Ländern weltweit nicht einfach. Auch die ersten Christen seien nicht verstanden, gar verfolgt worden. So sei auch der Glaube, dass Gott in Jesus Christus auf die Erde kam, getötet worden sei und wieder auferstanden, nicht einfach zu verstehen. "Aber wir wollen immer wieder zeigen, dass wir Christen sind und von Christus sprechen", rief Stammapostel Schneider auf. Die Menschen müssten sehen, dass in der Gemeinde unvollkommene Menschen ihre Konflikte lösen und sich gegenseitig vergeben. "Sie sind verschieden und doch haben sie eine Einheit", die man sich nicht immer erklären könne. "Ich kann euch versichern: Gott ist mit seinem Volk in der Mongolei und er bleibt es bis zuletzt!"

In der Mongolei bekennen sich zirka 300 Christen zur Neuapostolischen Kirche. Apostel Marat Aktschurin betreut mit 15 Amtsträgern die Gläubigen der sechs bis acht Gemeinden. In der Mongolei leben viele Menschen außerhalb der Städte immer noch nomadisch, deshalb sind nicht zu jeder Jahreszeit alle Gemeinden geöffnet.

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